Nach einer ziemlich schaukeligen Nacht werden wir gleich in den Kong Oscar Fjord einfahren. Die Weller waren zwar nur 2,5 bis 3 m, aber auf diesem kleinen Schiffchen merkt man das schon arg.
Wir wollen heute mittag im Antarctic havn / Antarktischer Hafen anlanden. Der Antarctichavn ist eine ehemalige norwegische Fangstation. Angeblich kann man archäologische Überreste aus der Zeit der Station in den 1930er Jahren sowie viele in der Gegend verbreitete Vögel wie Gryllteisten besichtigen. Auch Moschusochsen soll es hier geben, wahrscheinlich werden wir wieder in der Ferne 5 Punkte sehen. 🙈
Das alte Antarctichavn wurde 1930 von einer norwegischen Expeditionsgruppe erbaut und war nicht nur eine Jagdstation, sondern auch die Residenz eines norwegischen Gouverneurs während der norwegischen Besetzung Ostgrönlands von 1932 bis 1933. Norwegen behauptete, dass es und nicht Dänemark einen Rechtsanspruch auf Ostgrönland habe, das damals auch als Erik-Raudes-Land bekannt war, aber ein vom Völkerbund in Den Haag eingesetztes internationales Gericht entschied schließlich zugunsten Dänemarks und beendete die Besetzung.
An dieser Stelle geht es dann wieder um den roten Erik, den Vater von Leidf Erickson, den wir in Reykjavík getroffen haben.
Der raude Erik war ein schlagkräftiger Wikinger, der wegen eines Verbrechens für Jahre aus seiner Heimat Verband wurde. Notgedrungen begab er sich auf die Suche nach einer neuen Heimat und landete in Grünland. Die ganze interessante Geschichte könnt ihr unter dem obige Link lesen.
Wir sind an unserem Anlandeplatz angekommen und die Boote werden zu Wasser gelassen.
Das Wetter ist wieder herrlich. Also quälen wir uns wieder in die vielen Klamotten, damit wir mit dem Zodiak an Land gehen können. Am Strand ist das Ein-und Aussteigen heute etwas schwierig, da wir in tieferem Wasser als sonst sind und auch gleich im Sand versinken. Das gibt schon bei dem ein oder anderen nasse Füsse. An Land machen wir einen ausgedehnten Spaziergang, wir haben etwas mehr Auslauf als sonst, vielleicht ist hier die Eisbär Gefahr nicht so groß. Obwohl die Expeditions Mitglieder, die an einzelnen Punkten stehen, alle Gewehr tragen.
Wir werden auf dem Schiff ja immer als Explorer tituliert.... Mit dem entdecken ist das so eine Sache für sich. Wir können uns kolossal für die Landschaft begeistern, aber so wie manch andere bei jedem Pflänzchen und Federchen in die Knie gehen zum Fotografieren, das liegt mir fern. Hab es heute aber mal gemacht:











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